Data Stories

Bereitstellung wissenschaftlicher Grundlagen: Was wurde mit Unterstützung der DIZH publiziert?

Die DIZH hat nicht nur den Auftrag, Forschung im Bereich der digitalen Transformation zu unterstützen, sondern auch die Ergebnisse dieser Forschung, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zur Verfügung zu stellen. Damit das gelingt, müssen für die Anspruchsgruppen relevante Themen bearbeitet und Forschungsergebnisse auch in alternativen Formaten zugänglich gemacht werden.

Die zwei Bereiche der DIZH, in denen wissenschaftliche Grundlagen geschaffen werden, sind einerseits der Forschungscluster, in dem die Hochschulen Professuren und Institute aufgebaut haben, und andererseits das Innovationsprogramm, in dem Forschende direkt mit Praxispartnern aus dem Kanton zusammenarbeiten. Im Forschungscluster finden wir überwiegend akademische Publikationen bzw. die Hochschulen erfassen oft nur diese. Im Innovationsprogramm, wo die DIZH selbst Daten zum Output erhebt, ist das Spektrum breiter und es werden auch Informationen zu alternativen Publikationsformen wie Workshops, Ausstellungen und Software gesammelt. Diese Formate erreichen oft andere Zielgruppen als akademische Publikationen.

Für beide Bereiche zusammen liegen bislang Daten zu Veröffentlichungen vor, von denen % im Forschungscluster entstanden sind. Das liegt nicht nur daran, dass der Forschungscluster der DIZH über ein grösseres Budget verfügt als das Innovationsprogramm, sondern auch daran, dass hier Publikationen mitgezählt werden, für die Professuren weitere Drittmittel einwerben konnten. Das Verhältnis dürfte sich bis zum Ende der DIZH allerdings noch ändern, weil die Daten im Forschungscluster laufend erfasst werden, während das beim Innovationsprogramm immer erst nach dem jeweiligen Projektende geschieht und viele Projekte noch nicht abgeschlossen sind. Zum Zeitpunkt der Auswertung im lagen Angaben zu von Projekten vor.

Was die Analyse der bis jetzt vorliegenden Daten bereits zeigt, ist, dass im Innovationsprogramm eine Diversifizierung der Formate zugunsten einer breiteren Zugänglichkeit von Forschungsergebnissen stattgefunden hat. Die in beiden Bereichen interdisziplinär bearbeiteten Themen zeichnen sich durch eine hohe Aktualität und Relevanz aus. Insgesamt kann man von einem nachhaltigen Ausbau von Forschungskompetenzen und praxisrelevantem Wissen zur digitalen Transformation ausgehen.

Formate und Zugänglichkeit

Die unterschiedlichen Arbeitsweisen von Forschungscluster und Innovationsprogramm werden deutlich, wenn man ihre Publikationsformate gegenüberstellt. Im Forschungscluster sind % der dokumentierten Outputs wissenschaftliche Publikationen. Diese adressieren zunächst die eigene Fach-Community, haben aber den Vorteil, dass hier bei den Hochschulen auf bestehende Praktiken von Open Science aufgebaut werden kann. Mindestens Publikationen sind als Open Access oder Preprint veröffentlicht worden und damit ohne Beschränkungen online zugänglich.

Open Access versteht Zugänglichkeit zunächst in einem technisch-wirtschaftlichen Sinne: Publikationen sind online, aber nicht hinter einer Paywall verborgen, die entweder die Zugehörigkeit zu einer zahlenden Hochschule oder individuelle Bezahlung von Publikationen verlangt. Zugänglichkeit kann aber auch durch alternative Formate gefördert werden, die eine breitere Öffentlichkeit adressieren. Neben wissenschaftlichen Publikationen und Veranstaltungen gibt es im Innovationsprogramm viele Publikationen und Veranstaltungen, die dem Transfer von Forschungsergebnissen für Nicht-Wissenschaftler:innen dienen. Dazu gehören auch alternative Medien, Bildungsangebote oder die Gründung von Firmen oder Organisationen, die aus Projektergebnissen Produkte oder Dienstleistungen machen.

Format Produkt, Werk, Ressource

Das breite Spektrum an Disziplinen und Forschungspraktiken führt dazu, dass die hier als Outputs bezeichneten Ergebnisse in ihrem Umfang und ihrer Wirkung oft nur schwer zu vergleichen sind. In die Kategorie Produkt, Werk, Ressource fallen dabei viele Projektergebnisse, die etwas anderes als Texte oder Sprache sind. Einer der Outputs in dieser Gruppe ist die Ausstellung Museum of the Future, die von August 2025 bis Januar 2026 im Museum für Gestaltung Zürich zu sehen war. Die Zusammenstellung von 17 experimentellen und aufwendigen Exponaten erreichte mit 17'000 Besucher:innen ein breites Publikum und wirkte gleichzeitig in der eigenen Fach-Community. Die Anzahl der Outputs in einem bestimmten Bereich oder zu einem einzelnen Thema kann also nur ein Anhaltspunkt für die dort erzeugte Wirkung sein.

Format Transferveranstaltung

Zur Kategorie Transferveranstaltungen gehören fünf Weiterbildungen der Digital MasterClass, die die Digital Society Initiative (DSI) der UZH für Mitglieder des Zürcher Kantonsrats organisiert hat. Dabei gaben Expert:innen Einblicke in Themen wie die Digitalisierung in der Bildung, Cybersicherheit oder Gesundheitswesen digital und beantworteten Fragen zum aktuellen Forschungsstand ihrer Disziplinen.

Hier fehlen noch Angaben zum Impact und vielleicht auch ein Bild. Die DSI publiziert hierzu etwas am 7. Oktober, wo es auch um die aus dem Format entstandenen Motionen gehen wird.

Themen

Um festzustellen, welche Themen die Forschenden im Forschungscluster und im Innovationsprogramm bearbeiten, wurden die Publikationen in einem halbautomatischen Verfahren mit KI und redaktionellen Korrekturen auf übergreifende Themen analysiert.

Die Herausforderung liegt hier dabei, dass etwa die bei wissenschaftlichen Publikationen angebenen Schlagwörter oftmals sehr spezifisch und kontextabhängig sind und somit wenig hilfreich für das Verständnis eines interdiszipinären Korpus sind. Ähnlich verhält es sich mit standardisierten Vokabularen zur inhaltlichen Erschliessung. Die hier vorgestellten Themen sind dagegen der Versuch, Gemeinsamkeiten über die Diszipinen hinweg zu finden, die dort jeweils auch anders bezeichnet werden können. (% der Publikationen konnten dabei keinem der Themen zuordnet werden und fehlen entsprechend in den folgenden Darstellungen.)

Das Ziel einer solchen Themenanalyse ist es nicht nur, die Themen selbst und ihre jeweilige Relevanz benennen zu können, sondern besser zu verstehen, welche Disziplinen jeweils zusammmenarbeiten und im Falle des Innovationsprogramms, welchen sozioökonomischen Zielen sie dabei dienen.

Themen, die inhaltlich verwandt sind, wurde die gleiche Farbe zugeordnet, wodurch die besondere Relevanz von Gesundheitsthemen deutlich wird. Auch der Bereich Arbeit und Gesellschaft ist mit mehreren Themenfeldern stark vertreten. Die einzelnen Themen machen aber nicht immer anschaulich, was sich konkret dahinter verbirgt, wie man anhand von Beispielpublikationen sieht.

Thema Medienplattformen und -formate

Zu den Publikationen zu diesem Thema gehören u.a. lösungsorientierte Studien zur Weiterentwicklung sozialer Medien, wie ein Artikel von Anikó Hannák (DSI Professorin Social Computing) über Auswirkungen von Interventionen bei einer Dating-Plattform oder ein Datensatz zur Erkennung von Hate Speech aus dem Innovationsprojekt Social Influencer:in. Christian Rapp hat im Rahmen eines DIZH Fellowships der ZHAW Alternativen zu Microsoft Word untersucht. Im Projekt Designing Podcasts aus dem Innovationsprogramm haben Forschende von ZHdK und ZHAW zusammen mit ihrem Praxispartner der Podcastschmiede Winterthur u.a. ein Handbuch erarbeitet, das zu einem besseren Verständnis von Nutzungsformen und Gestaltungsmöglichkeiten des Mediums beigetragen hat.

Thema Digitale Gesundheitsinterventionen

Viktor von Wyl (DSI Professor Digital and Mobile Health) und Jürgen Bernard (DSI Assistenzprofessor Interactive Visual Data Analysis) untersuchen in "From wearable sensor data to digital biomarker development: Ten lessons learned and a framework proposal" wie Echtzeit-Gesundheitsdaten zu chronischen Krankheiten wie der Multiplen Sklerose (MS) besser genutzt werden können. Die DIZH-Struktur Digital Health Zurich entwickelt zusammen mit Patient:innen eine App zur Begleitung von Krebsbehandlungen. Das Team des Innovationsprojekts ExerUp stellt in einer Fachzeitschrift für Physiotherapie das von ihm entwickelte Exergame zur Behandlung von Knieverletzungen vor. Das im Founder-Call des Innovationsprogramms gefördete Start-up Kymu von zwei Absolventen der ZHdK schliesst hier an und bringt solche Ansätze zur Marktreife.

Thema Digitale Medien im Lehren und Lernen

Hier kommen viele Publikationen (wie etwa eine Studie zur Schulbehörde im digitalen Wandel) vom mit DIZH-Unterstützung aufgebauten Zentrum Bildung und Digitaler Wandel der PHZH. Aber das Thema Bildung ist auch an den anderen Hochschulen sehr präsent: So wurde an der ZHAW mit einem DIZH Fellowship das Projekt Digitale Möglichkeiten der Inklusion an Hochschulen: Fokus auf Studieren mit einer Hörbehinderung gefördert, bei dem 12 Publikationen entstanden. An der UZH gehört dazu eine gemeinsame Publikation von Sascha Schneider (DSI Assistenzprofessor Educational Technology) und Joshua Weidlich (DIZH-Brückenprofessur Digitale Hochschuldidaktik) zu Relevanz sozialer Präsenz von Lehrenden in digitalen Lernumgebungen.

Thema Künstliche Intelligenz in Kultur und Gesellschaft

Neben den vielen Chancen, die Künstliche Intelligenz bietet, zeichnen sich die Publikationen, bei denen es um ihre Auswirkungen auf Kultur und Gesellschaft geht, durch eine kritsche Begleitung ihrer Anwendungen aus. So untersucht Oriane Pierrès (DSI-Postdoc) die Frage, ob die Versprechen eines individualisierten Studiums durch KI auch die Bedürfnisse von Studierenden mit Einschränkungen berücksichtigen oder für sie gar hinderlich sein können in einer Literaturübersicht. Roland Meyer (DIZH-Brückenprofessor für Digitale Kulturen und Künste) analysiert unter den Begriff "Platform Realism" die Ästhetik generierter Bildwelten. Und Beth Singler (assoziierte DSI Assistenzprofessorin Digital Religion(s)) hat KI-Gespräche über Bewusstsein und Spiritualität untersucht und zeigt, aus welchen religiösen, esoterischen und popkulturellen Quellen sich das verwendete Modell bedient, welche Online-Communities solche Dialoge prägen und was das gesellschaftlich bedeuten könnte.

Wer bearbeitet welche Themen?

Schaut man, welche Disziplinen (vgl. SNF-Klassifikation) welche Themen bearbeiten, gibt es zunächst einmal erwartbar starke Verbindungen, etwa zwischen Gesundheits- und Erziehungswissenschaften und den den entsprechenden Themen. Die Informations- und Computerwissenschaften nehmen ebenfalls wenig überraschend einen grossen Raum ein, sind aber auch an sehr vielen unterschiedlichen Themen beteiligt. Insgesamt lässt sich eine sehr interdisziplinäre Bearbeitung der Themen beobachten. Das liegt einerseits an der Zusammenarbeit von Forschenden aus unterschiedlichen Bereichen, aber auch an Forschenden, die selbst mehr als einer Disziplin zugeordnet werden können.

Welche sozioökonomischen Ziele werden wie unterstützt?

Im Innovationsprogramm lassen sich die Projekte einem oder mehreren sozioökonomischen Zielen zuordnen. So zeigen die Publikationen auf, mittels welcher Themen und durch welche Disziplinen die unterschiedlichen Ziele verfolgt werden. Dabei ist zu beachten, dass hier bislang deutlich weniger Daten vorliegen als zu den Outputs der DIZH insgesamt. Aktuell können Outputs im Innovationsprogramm einem oder mehreren Themen zugeordnet werden.

Die öffentlich zugänglichen Publikationen der DIZH sind zusammen mit den übrigen Forschungsergebnissen der Hochschulen über ihre Repositorien ZORA, ZHAW digitalcollection, ZOPAR und Repositorium PHZH oder über die nationale Plattform swisscovery auffindbar.